10. Trifun – ein rauschendes Jubiläum

Wie aus einer fixen Idee eine charmante Groß-Veranstaltung wurde

„Vier-Drei-Zwei-Eins“ ertönte es aus mehreren hundert Kehlen beim Start des diesjährigen Trifun. Dann verwandelten die über 100 Schwimmerinnen und Schwimmer das Wasser im Alten Hafen wieder zu einem herrlich anzuschauenden Haifischbecken. Schon nach etwas mehr als acht Minuten stieg der Husumer Philipp Bolz über die Gangway wieder aus der Nordsee, die an diesem Tag wunderbare 21 Grad Celsius warm war. Dicht gefolgt von Thomas Stoll, dem späteren Sieger und all den anderen Starterinnen und Starter, die nach und nach zumeist strahlend, einige schon etwas erschöpft, unter der Anfeuerung des Publikums aus dem Wasser kamen.

Auch auf der Fahrradstrecke und der anschließenden Laufstrecke lief für alle Teilnehmer alles gut, so dass am Ende jeder heil vor dem leise rollenden Besenwagen, einem E-Auto der Mark Twizzy des Verleihers Thomas Haack (E-Pelle) unter großem Applaus der Zuschauer ins Ziel ankam. So war das zehnjährige Triathlon-Jubiläum des ausrichtenden TSV Pellworm und dem Veranstalter-Trio Dethlef Dethlefsen, Hans Harrsen und Dierk Jensen ein rundum gelungenes Sportfest, bei dem Sport und Spaß, Jung und Alt, Mann und Frau zusammenkommen. Bewegung in Natur pur.

 

Und weil die Veranstaltung immer bekannter wird, sich inzwischen mit einem ganz eigenen Profil und Charakter einen Namen hat machen können, wird es auch, entgegen allen Gerüchten, auch im nächsten Jahr einen Trifun geben. Den dann Elften!

Ein kurzer Blick zurück. Sommer 2005. Genau 18 unerschrockene Sportlerinnen und Sportler stehen am Deich der Hooger Fähre und warten auf den Startschuss für den 1. Trifun. Darunter unter anderen Hauke Martensen, Dorkas Feehan, Jenny Ohrt und Thomas Röpke. Die Zeit stoppte damals noch Doris Ehlers und gefühlte zehn Zuschauer verfolgten die Erstauflage. Die Idee dazu entsprang aus einem launigen Gespräch zwischen Dethlef Dethlefsen und Dierk Jensen während einer kurzen Fährfahrt zwischen Nordstrand und Pellworm. Aus der fixen Idee wurde schnell Wirklichkeit und so fand der erste Triathlon bei herrlichem Wetter und unter mehr oder weniger Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Dass dieser Insel-Triathlon keine Eintagsfliege sein würde, war angesichts der überwältigenden Euphorie bei Debüt unvermeidbar.

Bietet doch Pellworm mit seiner einzigartigen Naturbühne für die Wettkampfstrecken eines Triathlons geradezu traumhafte Bedingungen. Schnell sprach sich die neue Veranstaltung herum, ein Sportfachblatt titelte „tideabhängiger Geheimtipp“ und plötzlich waren beim 2. Trifun schon 75 Starterinnen aus ganz Deutschland am Start. Kleine Notiz am Rande: Die Streckenmarkierung wurde aufgrund terminlicher Nöte erst in der Nacht vor dem Wettkampf-Tag gezogen … Trotzdem: Es ging es immer weiter. Mit dem Meieristen Klich fand man in 2007 den ersten Sponsor, ein Jahr später folgte die Volksbank Husum, die bis heute dem Trifun als Hauptsponsor treu geblieben ist. Dafür an dieser Stelle ausdrücklichen Dank! Wie auch Dank all den anderen Sponsoren der letzten Jahre gebührt. 

Auch stürmisches Wetter konnte den Trifun nicht aufhalten; weil Wellen und Strömung im Jahr 2008 die Sicherheit der Schwimmer zu gefährden drohte, veränderten die Veranstalter kurz vor dem Start die Schwimmroute. Verzichten auf das Schwimmen wollte man partout, ein Trifun ohne Salzwasser geht einfach gar nicht! Statt außen um die Lahnung an der Hooger Fähre herumzuschwimmen, ging der Kurs deshalb kurzerhand dreimal um den Anleger. Bei Treibholz und gischtigen Wellen war es eine Herausforderung für alle, aber ein sicherlich bleibendes Erlebnis. Interessant auch, wie sich alles immer wieder verändert und weiterentwickelt hat. Anfänglich haben Dethlef Dethlefsen und Dierk Jensen die Siegerehrung noch stehend auf einem Telefonkasten und mit kräftiger Stimme vorgenommen, heute hilft das Mikrofon. Dennoch erinnern sich alle Teilnehmer von damals immer noch gerne zurück. „Das war Kult“, meint beispielsweise Morris Stahl, der beim zweiten Mal im Jahr 2006 dabei war und nach acht Jahren Pause, in diesem Jahr wiederkam und mit seiner Frau Nicole im Team-Wettkampf antrat. Prompt belegte das Duo den ersten Platz bei den Staffeln. Das Ehepaar gehört dabei zu einem Kreis von mittlerweile über 600 Startern, die von sich sagen dürfen, dass sie schon mal am Pellwormer Trifun teilgenommen haben. Und: die bundesweite Trifun-Gemeinde wächst weiter.  

Hans Harrsen verstärkte, inspiriert von dem Ereignis und selbst leidenschaftlicher Sportler, das Veranstalter-Team 2009. Er hat mit viel Verve und Klarheit dazu beigetragen, dass der Trifun weiter vorankam. Ständig kam was Neues hinzu. Irgendwann beschenkte Sandra Thomsen und die anderen Triathleten vom TSV Drelsdorf die Veranstalter mit einem Siegerpodest, so dass man nicht mehr vom Telefon-Kasten aus die Siegerehrung vornahm, sondern nun die Geehrten vielmehr auf das Podest hinaufbaten. Eine Website ging stotternd an den Start, das LAV-Zeitnehmer-Team um Manuela Bolz stieß dazu, und, und. Kein Ende in Sicht. Hans Harrsen war schließlich auch die entscheidende Kraft, der die Verlegung der Veranstaltung von der Hooger Fähre zum Alten Hafen vorantrieb. Nicht weil er die Hooger Fähre nicht auch für einen tollen Ort halten würde, sondern weil er erkannte, dass die Logistik für eine größere Veranstaltung einfach besser am Hafen, in der Nähe der Fähre, angesiedelt ist.

Und so fand in diesem Jahr schon zum zweiten Mal das Triathlon-Happening erfolgreich am Hafen statt. Nicht zuletzt dank der Hilfe der dort liegenden Fischer, die Lust auf die Sport-Action haben und mit ihrem maritimen Know-how ohne großes Aufhebens die Schwimmstrecken mit Bojen ausstatten. Apropos Kutter und Krabben: Zum Jubiläum gab es für alle Teilnehmerinnen Krabben satt oder besser gesagt in sauer. Denn Doris Ohrt hatte superleckere „Krabben in sauer“ produziert, die in kleinen, liebevoll etikettierten Gläschen als Präsent an alle Teilnehmer aus nah und fern gingen. Eine Delikatesse, ein idealer Geschmacksbotschafter, der die Insel und die lokale Wertschöpfung nicht hätte besser vermitteln können. 

Dabei gibt es immer wieder viele stille Helfer im Hintergrund, damit der Trifun immer wieder gelingt. Einer von Ihnen ist der Wahl-Pellwormer Hannes Lorenzen, der seit vielen Jahren für die EU in Brüssel arbeitet und der in diesem Jahr einen Teil derjenigen Krabben in der Küche von Jehe und Doris Ohrt gepuhlt hat, die später in sauer gelegt in den Gläsern landete. Ein anderer ist Ralf-Thomas Fedders, der Strohballen bereitstellt, damit sich bei einem unbedachten Manöver in der wahrscheinlich schärfesten Kurve aller deutschen Triathlonstrecken, in der Nordostecke des Ütermarkerkoogs, kein Sportler im Stacheldrahtzaun verletzt. Zu erwähnen sind auch Stefanie Liebe, die in der Anfangszeit viel Organisationsnerv abfing und auch Meike Dethlefsen, die in den ersten zwei Jahren fast alle Anmeldungen per Telefon annahm und im letzten Jahr wunderbare Erdbeermarmelade für alle Teilnehmer einkochte. Nicht zu vergessen Didi Röpke, Dirk Harrsen, die SEG, Hermann Petersen und Rachel Kyle, die den Trifun-Becher, gesponsert von Jan Petersen (Hans Koopmann), einst schufen sowie Sinje Lucht, die seit Anfang an dafür sorgt, dass die Veranstalter immer genug Kalk für ihre Straßen-Schreibereien zur Verfügung haben. 

Last but not least ist auch die Mitarbeit von Sabine Junge, die mit ihrem Kunst-Leistungskurs am Hermann-Tast-Gymnasium vor einigen Jahren Plakate für den Pellwormer Trifun entwarf, hervorzuheben. Damit legte sie den Grundstein für eine Plakatserie, die in diesem Jahr mit einem Bild der Malerin Britta Lorenzen wieder sehr viel Resonanz erhielt. Auch das ist eine Intention der Veranstalter: Die in Regel weit auseinanderliegenden Bereiche Sport, Natur und Kultur näher zusammenrücken zu lassen. Wenigstens ein bisschen. So wird es auch im nächsten Jahr wieder ein künstlerisch inspiriertes Plakat geben, dass aller Wahrscheinlichkeit eine Hamburger Künstlerin kreieren und an vielen Stellen, ob nun in Hamburg, in Husum, Dänemark oder auf Pellworm hängen und für Aufmerksamkeit wird. Letztlich liegt der Plakat-Idee, wie letztlich allen anderen Aktivitäten rund um den Trifun herum, ein treibendes Motiv zugrunde: Wie kann es gelingen, Dinge, die vermeintlich nichts miteinander zu tun haben, zusammenzufügen, um den Trifun weiter entwickeln zu können und die Vorzüge, die die Insel zu bieten hat, den (Sportler)-Gästen aus allen Ecken der Republik zu zeigen. Auf jeden Fall wollen die Veranstalter das Rahmenprogramm in den nächsten Jahren noch weiter behutsam ausbauen, dafür wäre das Engagement gerade von jüngeren Mitstreitern auf Pellworm oder sonstwo gerne gesehen …  

Aber zurück in die Gegenwart, zum Sport: Mit 163 Teilnehmern, davon 24 Schüler und Jugendliche, gab es eine Rekordbeteiligung; vor Allem erfreuten sich die Team-Wettbewerbe mit  insgesamt 21 Staffeln (inkl. einer Mannschaft, die auf einen Fahrradtandem unterwegs war) großer Resonanz. Großartige Zweite bei den Staffeln wurde das Pellwormer Trio namens Desaster, bestehend aus Grit Maria Tedsen, Sönke Petersen und dem furiosen Schlussläufer Matthias von Holdt. Begeisternd war mal wieder die Leistung von „Mrs. Trifun“, Ulrike Frener“. Auch die Newcomerin Martina Meesenburg lieferte eine energiegeladene Performance ab, sie landete prompt auf den sechsten Platz im Frauen-Wettbewerb. Schön auch, dass wieder Pellwormer Schüler teilnahmen und sich ihre Medaillen einheimsten. Dass die Veranstalter auch wieder mit „Baden gehen würden“, war eigentlich nicht geplant, doch sprang Dethlef Dethlefsen kurzerhand in die Bresche und komplettierte die Staffel Die drei Musketiere. Deren Läufer Frank Weber legte trotz eines Gipsarmes einen couragierten Lauf hin und sicherte damit den Musketieren den dritten Platz. Wer noch genauer in die Ergebnisse der weiteren Teilnehmer einsteigen möchte, der kann dies en Detail auf der Website www.trifun-pellworm.de  tun. Viel Spaß dabei. 

Auf ein Neues, ahoi bis spätestens zum 29.8.2015 beim 11. Trifun!

 Euer Veranstaltungsteam Dethlef, Dierk, Hans 

 

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