ABSAGE. LEIDER, LEIDER. ABER: WIE GEHT ES NUN WEITER?

 1AD5212Wir als Veranstalter des Trifun haben uns lange zurückgehalten. Und dies aus gutem Grunde, weil die Informationen in Corona-Zeiten unbeständig, ja flatterhaft und beizeiten widersprüchlich überschlagend waren und auch weiterhin sind. Was heute noch gültig ist, hat morgen schon keine Bedeutung mehr. Von daher haben wir das Geschehen eher mit einer gewissen distanzierten Besonnenheit beobachtet. Letztlich mit der hehren Absicht, am Ende vielleicht doch den Trifun veranstalten zu können; und damit ein deutliches Zeichen der Hoffnung zu setzen, dass das öffentliche, sportliche und kulturelle „Seelen“-Leben trotz Corona weitergehen kann und muss.

Anfang Mai wollten wir uns genau an dieser Stelle dazu positionieren. Wir wollten euch mitteilen, dass wir Anfang Juni, in Sichtnähe, einen Monat vor der Veranstaltung, nach sorgfältiger Abschätzung der dann gegebenen Corona-Situation, endgültig die Entscheidung treffen, ob wir absagen oder eben nicht. Nun hat aber die Gemeinde Pellworm und ihre Kur- und Tourismusservice zum 1. Mai den Entschluss gefasst, dass es auf Pellworm ein „veranstaltungsfreies Jahr“ zu geben hat. Darüber hinaus bittet der Bürgermeister in einem Rundbrief, dass sich diesem Vorgehen alle privaten Veranstalter anschließen mögen. Aufgrund dieser weit vorauseilenden Entscheidung ist für uns jetzt kaum noch denkbar und vielmehr wohl auch nicht mehr wünschenswert, trotzdem zu beabsichtigen, quasi als einzige „Großveranstaltung“, im Sommer auf der Insel dickköpfig über die Bühne gehen zu wollen.
Damit nun unsere Veranstaltung am Ende nicht noch von der Kommune verboten würde, treffen wir die Entscheidung doch lieber in eigener Regie und aus eigener Verantwortung selbst: Wir sagen den diesjährigen Trifun ab! Schweren Herzens. Ob das medizinisch, virologisch, (gesundheits)politisch, sozial-ökonomisch oder auch sozial-psychologisch wirklich Sinn macht, daran haben wir allerdings Zweifel. Aber ganz abgesehen davon: Wer mag schon gerne eine Veranstaltung, die Lebensfreude wortwörtlich verkörpert, durchführen, wenn sie offenbar für viele als große Infektionsgefahr wahrgenommen wird? Keiner. Besonders dann nicht, wenn eine bemerkenswerte „Null-Corona-Strategie“ auf der Insel postuliert wird. (siehe „Aktuelle Informationen zum Coronavirus“)
Trotzdem: Absagen ist leicht, machen schwieriger. Das gilt natürlich ganz besonders für eine Insel wie Pellworm, die in weiten Teilen auch vom Tourismus lebt. Dabei ist uns Veranstaltern natürlich klar, falls der Trifun überhaupt stattgefunden hätte, dass wir ein Hygienekonzept vorlegen hätten müssen und wir uns an gewisse Abstandsregeln zu halten hätten. Vertrauensvolle Gespräche darüber gab es schon mit dem Pellwormer Rettungsdienst als auch mit Dr. Hans-Joachim Commentz, der bislang als Arzt auf Pellworm arbeitet. Gespräche zum Schutz der Pellwormer, letztlich zum Schutz aller Beteiligten.
Hätte, hätte, Fahrradkette. Der Trifun ist abgesagt. Wie sich nun die Situation für diejenigen verhält, die den SwimCamp gebucht haben, werden wir in einer separaten Rundmail in den nächsten Tagen erläutern. Zum Stand jetzt: Martin Tschepe und Dierk Jensen gehen davon aus, dass es aufgrund der relativ kleinen Gruppe von 15 Teilnehmerinnen stattfinden kann. Zumal Ministerpräsident Daniel Günther einen Stufenplan zur Öffnung des Tourismus in Aussicht stellte und die Bundeslandwirtschaftsministerin Juli Klöckner schon Ende April aktiv für „Urlaub auf dem Land warb“ hat... Mal sehen, ob da auch Taten folgen.
ABER: HOFFNUNG AM HORIZONT: Nun gut, wie dem auch sei. Der Termin für den Trifun im nächsten Jahr steht – wie immer tideabhängig und hoffentlich corona-frei - dafür schon jetzt fest: Es ist der 7. August 2021. Ihr alle seid schon jetzt herzlich eingeladen!!!
Und: All diejenigen, die sich für den diesjährigen Trifun bereits angemeldet haben, können zwischen zwei Optionen wählen: Entweder ihr betrachtet eure Anmeldung für 2020 automatisch als schon entrichtetes Startgeld für das nächste Jahr oder ihr möchtet das Startgeld - mit einem Abzug von sieben Euro - zurücküberwiesen haben. Bitte schickt uns dazu eine kurze Mail, welche Option ihr vorziehen wollt. Eure Entscheidung, egal welche Option ihr wählt, wollen wir gerne versüßen. Und zwar mit dem Präsent, das wir allen Finishern eigentlich überreichen wollten und schon in Vorbereitung ist. „Strawberry forever from Pellworm“: Erdbeermarmelade, liebevoll von Christine und Petra eingemacht, werden wie an jeden, der sich bis heute angemeldet hat, per Post zusenden, sofern wir wissen wohin. Also teilt uns mit eurer Mail neben eurer Bankverbindung auch eure Wohnadresse mit. Danke dafür!!
Ähnlich wie mit den Startgeldern wird es sich auch mit den Sponsorengeldern verhalten: Entweder erhalten die Unternehmen bzw. Spender ihre finanzielle Unterstützung wegen Nichtstattfindens zurück oder sie betrachten es als eine schon im Voraus getätigte Gratifikation fürs nächste Jahr. Da werden wir mit allen Beteiligten sicherlos problemlos Lösungen finden.

BYE, BYE BOY
Apropos Spender bzw. Unterstützer: Boy Meesenburg ist Anfang April im Alter von 86 Jahren gestorben. Er war ein toller Mann mit einer inspirierenden Ausstrahlung, der es sich auch im hohen Alter nicht nehmen ließ, mit dem Faltboot vom Festland nach Süderoog zu paddeln. Er hat uns in den letzten Jahren großzügig unterstützt - ohne jemals genannt werden zu wollen. Wir hoffen, lieber Boy, dass Du daher nicht zu verärgert bist, dass wir Deine Unterstützung jetzt hier posthum ausdrücklich offenbaren, es musste einfach mal gesagt werden! Deshalb mit Nachdruck: Danke Dir dafür sehr! Für uns Veranstalter war das nicht nur pekuniär gut, sondern hat uns auch immer persönlich motiviert, wieder einen begeisternden Trifun auf die Bühne zu bringen.

UND ZU GUTER LETZT DANN DOCH NOCH GUTE NACHRICHTEN
Tja, zum Schluss noch etwas richtig Positives: Auf Pellworm, genauer gesagt in der Vogelkoje, brütet zum ersten Mal überhaupt ein Seeadlerpaar. Das ist eine kleine ornithologische Sensation, über die sich alle freuen! Allerdings braucht das Paar viel Ruhe in der Brutzeit, weshalb unsere bisherige Fahrradstrecke am Deich für den Durchgangsverkehr gesperrt ist und kann von uns Sportlern auch nicht genutzt werden. Wenn das Pärchen die Vogelkoje als Dauerbrutstätte auserkoren haben sollte, dann müssen wir uns wohl im nächsten Jahr nach einer neuen Fahrradstrecke umschauen. Ob die Greifer nun von unserem Fahrradfahren (stört das überhaupt?) beeinträchtigt worden wären, sei mal dahingestellt. Aber egal, für die Natur machen wir doch gerne Umwege!
Und noch eine, man glaubt es in diesen Krisen-Zeiten kaum, gute Nachricht! Der Trifun hat den Zuschlag für einen Teil des Nachlasses des aufgelösten Pellwormer Schützenvereins erhalten. Obwohl wir schon einen Plan hatten, wofür wir diesen Zuschlag sinnvoll verwenden wollen, hat uns jetzt erst einmal die Corona-Pandemie einen gehörigen Strich durch die Planungen gemacht. Aber: Aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben.

Das war es fürs Erste. Herzliche Grüße von der Insel an die Trifun-Gemeinde. Lasst den Kopf ab er nicht hängen, bleibt gesund!! Haltet eure Öhrchen steif!
Bis bald, ahoi!!
Euer Trifun-Team
Dethlef, Dierk, Hans